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Aktuelles

Nächster Vortrag

Montag, 23.1.2023, 19.00 Uhr

Stadterweiterung, Eingemeindungen und Stadtplanung in Münster um 1900
Prof. Dr. Franz-Josef Jakobi, Münster

Im Gegensatz zu den meisten alten Hanse- und Residenzstädten hatte sich Münster seit der Errichtung des Befestigungsrings um 1200 nicht mehr erweitert und kein Weichbild – kein rechtlich zum Stadtgebiet gehörendes Umland außerhalb der Befestigungsanlagen – ausgebildet. Das Stadtgebiet endete also an der Stadtmauer beziehungsweise seit der Mitte des 18. Jahrhunderts am Promenadenring. Unmittelbar davor begann das Gebiet der drei Landgemeinden, die seit der Einrichtung der preußischen Provinz Westfalen und ihrer Verwaltungsstruktur zum Landkreis Münster und darin zum Amt St. Mauritz gehörten und die die kreisfreie Stadt Münster ringsum einschlossen.

In den 1860er-Jahren gab es dann erste Planungsüberlegungen für die Bebauung des Gartenvorlandes, doch konnte die Realisierung ernsthaft erst nach der ersten Eingemeindung von 1875 in Erwägung gezogen werden. Bereits um 1900 war das erweiterte Stadtgebiet erneut zu klein für die Modernisierungs-, Urbanisierungs- und nunmehr in begrenztem Umfang auch Industrialisierungsprozesse, die Raum zur Entfaltung brauchten. Vor allem die Ausdehnung der Wohn- und Wirtschaftsquartiere im Osten, Süden und Südwesten der Stadt – die neuen Stadtgrenzen von 1875 waren damit bereits deutlich überschritten – erzwangen politische Lösungen auch gegen die Privatinteressen der agrarisch strukturierten Umlandgemeinden. Am 28. April 1902 wurden durch einen Eingemeindungsvertrag die erneut unter größten Schwierigkeiten und Widerständen verlaufenen Verhandlungen abgeschlossen. Die Eingemeindung des gesamten Restes der Landgemeinden Lamberti und Überwasser sowie eines weiteren großen Teils von St. Mauritz wurde durch königliche Verordnung vom 31. März 1903 vollzogen und mit dem 1. April wirksam. Jetzt konnte großzügig geplant werden und das geschah auch, zum Beispiel in Form der erstmaligen Aufstellung von Bebauungsplänen und der systematischen Erschließung der neuen Stadtgebiete durch ein Straßennetz mit einem Außenring.

Das Wachstum der Stadt über die Stadtmauern hinaus und die Besiedlung des Gartenvorlandes hatte zunächst im Osten entlang der über die alte Ansiedlung um das Stift St. Mauritz nach Telgte und Warendorf führenden Straße ungeplant und ohne Erschließungsmaßnahmen begonnen. Erst als durch die Eingemeindung große Teile des Gartenvorlandes zum Stadtgebiet geworden waren, waren die Voraussetzungen für die systematische Planung der Stadterweiterungen gegeben. Die bestehende Topografie mit ihrem kleinteiligen Parzellen- und Wegesystem bildete dafür die Grundlage. Im Osten und Süden entstanden mit der ‚Bahnhofsvorstadt‘, dem Hansaviertel‘, dem ‚Herz-Jesu-Viertel‘ und dem ‚Südviertel‘ neue Stadteile. Das nördliche Vorland war bis zu den Eingemeindungen von 1875 durch die teils wilden, teils gezielt eingeleiteten Wachstumsprozesse weitgehend unberührt geblieben. Es wurde erst in den Jahren nach 1890 in die systematische Stadtentwicklungsplanung einbezogen. Ihre geistige Mitte erhielten die neuen Stadtteile durch den Bau neuer Kirchen und die Gründung der dazu gehörenden Kirchengemeinden.

Der Vortrag beginnt um 19.00 Uhr im
Plenarsaal des Landeshauses
Freiherr-vom-Stein-Platz 1
48147 Münster.

Der Eintritt ist frei.

 

Das komplette Vortragsprogramm finden Sie hier.

Vorträge zum Nachhören

Den Youtube-Kanal des Vereins mit Vorträgen zum Nachhören finden Sie hier

Neuerscheinungen: Vincke-Edition Bd. 4

Aus der Reihe "Die Tagebücher des Ludwig Freiherrn Vincke 1789-1844" ist ein weiterer Band erschienen:

Band 4: 1800-1804, bearbeitet von Horst Conrad

Die Tagebucheintragungen Ludwig Vinckes zwischen dem Herbst des Jahres 1800 und dem Herbst des Jahres 1803 sind bestimmt durch die traumatische Erfahrung seiner gescheiterten Beziehung zu Malchen Hass, nun verehelichte von Rohr. Gewerblich motivierte Inspektionsreisen in die Grafschaft Mark und das Herzogtum Berg sollten dazu verhelfen, die Krise zu überwinden. Hierzu diente auch seine Beauftragung durch den preußischen Staat, Merino Schafe in Spanien zu kaufen, die man für die Veredelung der eigenen Wollzucht benötigte.

Auf seiner nach dem Englandaufenthalt zweiten großen Auslandreise erlebte er in Paris das Abebben der Revolutionsbegeisterung und den Aufstieg Napoleons, dessen Alleinherrschaftsanspruch er genau erspürte. Die Kaufverhandlungen in Spanien und die anschließende private Reise durch die iberische Halbinsel entwickelten sich zu einer der kritischsten Analysen der dortigen politischen und sozialen Verhältnisse im ausgehenden Ancien Régime. Der Erfolg der Ankaufsverhandlungen und der geglückte Seetransport der Herde verstärkten in den Berliner Ministerien die Auffassung, dass Ludwig Vincke für höhere Aufgaben geeignet war.

Zurückgekehrt nach Hausberge und Minden wurden die letzten Monate seiner dortigen Amtstätigkeit überschattet durch eine unerwiderte Liebe zu einer Quernheimer Stiftsdame. Seine Berufung zum Präsidenten der Kriegs- und Domänenkammer in Aurich halfen ihm, auch diese Krise zu überwinden. Seine nur kurze amtliche Tätigkeit in Ostfriesland wird er einige Jahre später als die bisher glücklichsten Jahre seines Lebens bezeichnen.

Neuerscheinungen: Vincke-Edition Bd. 6

Mit dem Erscheinen von Band 6 ist die Edition der Tagebücher des Ludwig Freiherr Vincke abgeschlossen.

Band 6: 1810-1813, bearbeitet von Horst Conrad, Silvia Dethlefs und Christine Schedensack

Die Tagebuchaufzeichnungen Jahre 1810 bis 1813 beinhalten die einzigen Jahre in Ludwig Vinckes Leben in denen er als Privatmann wirtschaftete. Nach seinem Rückzeug aus dem preußischen Dienst heiratete er im Mai 1810 seine erste Frau Eleonore. Die Hochzeitsreise führte sie in die Schweiz. Beide hielten ihre Eindrücke in eigenen Tagebuchaufzeichnungen fest, die in diesem Band gegenüber gestellt werden. 

Nach der Hochzeitsreise erfüllte Vincke sich einen seiner Lebenswünsche, als Landwirt und Familienvater tätig werden zu können. Die Ehe mit Eleonore von Syberg ermöglichte ihm, das Gut Ickern bei Castrop zu pachten. Die unterschiedlichen Erwartungen der beiden Neuvermählten an das Eheleben führten indessen früh zu Reibungen.

Als Landwirt hatte Vincke sich mit den Agrarreformen des Großherzogtums Berg auseinander zu setzten. Dem Umwandlungsprozess der gutsherrlich-bäuerlichen Verhältnisse in landwirtschaftliches Eigen Gut begegnete Vincke mit unerwarteter Resistenz. Er gehörte zu den aktiven Gegnern der Reformbürokratie. Politisch fand er sich indessen mit der neuen napoleonischen Landesherrschaft ab. Er wurde ein zwar inaktiver aber loyaler Bürger des Großherzogtums. Die verbreitete Ansicht, Vincke habe in dieser Zeit insgeheim die Insurrektion vorbereitet erweist sich als Geschichtslegende. Auch seine vielzitierte „Verhaftung“ 1813 widersprach dem nicht. Vincke fühlte sich völlig zu Recht unschuldig verfolgt.

Dennoch sind die Jahre zwischen 1810 und 1813 von einem schwelenden Konflikt geprägt. Seinem ursprünglichen Lebensziel, sich im öffentlichen Dienst dem Gemeinwohl zu verpflichten stand der Rückzug ins Privatleben entgegen. Bereits sein Demissionsgesuch 1810 stand unter diesem Zwiespalt. Das Jahr 1813 brachte die Umkehr. Vinckes Entscheidung zur Rückkehr in den preußischen Staatsdienst nach der Völkerschlacht bei Leipzig wurde von Skrupeln geprägt. Der Schritt, der ihn in seiner weiteren Laufbahn zu einem Mythos eines regionalen Beamten werden ließ, wurde von Zweifeln und Unwägbarkeiten geprägt.

Preisstifterin Prof. Dr. Heide Barmeyer-Hartlieb, Preisträger Dr. Leo Klinke, Vereinsvorsitzende Prof. Dr. Mechthild Black-Veldtrup, Mentor Prof. Dr. Michael M. Rind (v. links nach rechts)

1. Verleihung des Alfred-Hartlieb-von-Wallthor-Preises

Der Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Münster e.V. hat am 23. Juni  zum ersten Mal den „Alfred-Hartlieb-von-Wallthor-Preis für interdisziplinäre Forschung zur Geschichte und Kultur Westfalens und angrenzender Regionen“ vergeben.

Der Archäologe Dr. Leo Klinke wurde für seine Dissertation „Wahrnehmung vergangener Landschaften – Studien zur Entwicklung einer Kulturlandschaft im nördlichen Münsterland vom Spätneolithikum bis ins Spätmittelalter aus emischer Perspektive“ ausgezeichnet. Klinke hat sich in seiner Arbeit mit den Auswirkungen menschlichen Einwirkens auf Naturlandschaften, die daraus resultierenden Kulturlandschaften und die gegenseitigen Wechselwirkungen zwischen beiden beschäftigt. Nach einem Studium u. a. in Münster, Bamberg und Wien, hat er seine Doktorarbeit an der WWU Münster verfasst und arbeitet derzeit als Wissenschaftlicher Referent im LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland in Bonn. In einer Feierstunde wurde ihm der mit 3.000 € dotierte Preis von der Preisstifterin Prof. Dr. Heide Barmeyer-Hartlieb und der Vereinsvorsitzenden Prof. Dr. Mechthild Black-Veldtrup übergeben. Prof. Dr. Michael M. Rind, der Klinkes Dissertation betreut und die Arbeit für den Preis vorgeschlagen hatte, hielt die Laudatio. 

Neue Schülerarbeiten

Der letzte Geschichtswettbewerb um den Preis des Bundespräsidenten hatte das Thema "Bewegte Zeiten. Sport macht Gesellschaft". Wieder haben zahlreiche Schülerinnen und Schüler Arbeiten verfasst. Unserem Angebot, ihre Arbeit auf unserer Website zu veröffentlichen, sind inzwischen einige Nachwuchshistorikerinnen und -historiker gefolgt. Die ersten Arbeiten finden Sie auf der Seite "Schüler schreiben Geschichte". Weitere folgen noch.

Westfälische Zeitschrift digital

Die "Westfälische Zeitschrift“, die von den beiden Abteilungen Münster und Paderborn des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens herausgegeben wird, ist jetzt teilweise digital vorhanden. Ihre Erschließung und Digitalisierung wird vom Internet-Portal "Westfälische Geschichte"/LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte in Münster in Kooperation mit dem Altertumsverein durchgeführt. Das Projekt umfasst alle Bände der Zeitschrift (mit Ausschluss der zwei jeweils jüngsten Ausgaben) und wird voraussichtlich 2016 abgeschlossen. Bis dahin sind die Artikel in unterschiedlichen Erschließungszuständen online verfügbar unter http://www.westfaelische-zeitschrift.lwl.org

Ein Kooperationsprojekt des Internet-Portals "Westfälische Geschichte" mit dem Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster und dem Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn

Fördermitgliedschaft

Was bedeutet eine Fördermitgliedschaft?
Als Fördermitglied leisten Sie freiwillig einen höheren jährlichen Vereinsbeitrag, als den satzungsgemäßen Mindestbeitrag. Sie können selbst bestimmen, wie viel mehr sie zahlen möchten und können die Mehrzahlung durch eine formlose Mitteilung immer zum Jahresende wieder aufheben. Selbstverständlich ist auch der höhere Beitrag von der Steuer abzusetzen. Eine Spendenquittung stellen wir gerne aus. Ein Formular, mit dem Sie Fördermitglied werden können, finden Sie hier.
Werden Sie also Fördermitglied und unterstützen Sie den Verein noch stärker als bisher!

Übrigens: wenn Sie den Verein nur sporadisch unterstützen möchten, können Sie auch eine Spende leisten (IBAN: DE54 4005 0150 0095 0543 34).

Hier finden Sie ein Formular für eine Fördermitgliedschaft:

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Familienmitgliedschaft

  • Die Familienmitgliedschaft kann von Ehepartnern/Lebensgefährten mit gleicher Wohnanschrift und deren minderjährigen Kindern oder minderjährigen Enkeln erworben werden.
  • Nach Vollendung des 18. Lebensjahres erlischt die Familienmitgliedschaft für das Kind. Es kann die Mitgliedschaft als vollzahlendes Mitglied fortführen.
  • Jedes Familienmitglied erhält einen Mitgliedsausweis.
  • Pro Familie besteht nur Anspruch auf je ein Exemplar der Vereinspublikationen „Westfälische Zeitschrift“ und „Westfalen. Hefte für Geschichte, Kunst und Volkskunde“.
  • Pro Familie ist nur eine Person in der Mitgliederversammlung stimmberechtigt.
  • Die Familienmitgliedschaft erlischt bei satzungsgemäßer Kündigung, bei Tod oder durch Ausschluss. Stirbt einer der Ehepartner/Lebensgefährten, wird die Mitgliedschaft für den Überlebenden in eine Einzelmitgliedschaft umgewandelt, wenn sie nicht gekündigt wird. Überlebende Ehepartner/Lebensgefährten, deren Kinder in die Familienmitgliedschaft eingeschlossen sind, führen die Familienmitgliedschaft fort, wenn sie nicht gekündigt wird.
  • Der Jahresbeitrag für eine Familienmitgliedschaft beträgt 50,00 €.
  • Ein bestehender Mitgliedervertrag (Persönliches Mitglied) kann in eine Familienmitgliedschaft umgewandelt werden. Ein entsprechendes Antragsformular können Sie hier herunterladen:

Umwandlung Familienmitgliedschaft

Schülerinnen schalten die Seite "Schüler schreiben Geschichte" frei (Foto: Peter Fröhlich)

Schüler schreiben Geschichte

Ab sofort  publiziert der Verein Arbeiten von Schülerinnen und Schülern zur westfälischen Geschichte. Am 30. Juni schalteten vier der jungen Autorinnen, mit deren Arbeiten das neue Onlineangebot startet, die Seite frei.

(Näheres finden Sie hier)